Erneut sind wir Preisträger geworden beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2016 in Ulm

"Ensemblegeist und Händchen fürs Pointierte"

Zuletzt aktualisiert: 27 Januar 2015
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"'Festliches Barock': Mit solchen Klängen hatte das Mülheimer Zupforchester kürzlich Erfolg bei Konzerten in Genua und Recco, jetzt kamen auch die Mülheimer Fans in den Genuss des (leicht abgewandelten) Programms.

Im Kammermusiksaal der Stadthalle war der Jubel groß. Barock ohne Bach und Händel, nur mit je einem Stück von Telemann, Vivaldi und Domenico Scarlatti: Das Programm bot eine Menge Raritäten von Giovanni Reali bis Johann Sigismund Weiss, von Johann Christoph Pepusch bis Everisto Felice dall'Abaco. Und mit Valentin Roeser war auch ein späterer Zeitgenosse vertreten, der im Schlusssatz seiner Sonate op. 3,3 schon fast Haydns Humor entwickelt.
Dominik Hackner dirigierte das mit feinem Händchen fürs Pointierte.
Das Orchester adelte die Zupf-Bearbeitungen mit seiner bekannten Spielkultur: Ensemblegeist ist da spürbar mehr, als die Fähigkeit zu präzisem Zusammenspiel. Da wird die Musik gemeinsam so gewollt und nicht anders.
Aber auch im solistischen Bereich waren tolle Interpretationen zu hören. So war Juliane Schmidt die gefeierte Solistin eines Gitarrenkonzerts von Johann Sigismund Weiss. Gemeinsam mit Julia Hoppe, die den Nachbau einer Barockmandoline spielte (mit
Federkiel), verlieh sie einer Scarlatti-Sonate Ausdruckstiefe. Julia Hoppe und Ricarda Küpper waren die bestens miteinander harmonierenden Solistinnen in Vivaldis Concerto G-Dur für zwei Mandolinen.
Ein anderes Mandolinenkonzert von Vivaldi mit Ricarda Küpper als Solistin hatte in Italien besonders viel Beifall bekommen. Leider fehlte das Stück im Mülheimer Programm. Aber der besonders schöne langsame Satz mit seinen schwebenden Klängen (die in
den italienischen Kirchen natürlich besonders gut kamen) war dann doch noch zu hören - als Zugabe. Und das Finale gab's auch
noch dazu. Nach so viel Barock war die dritte Zugabe ein schöner Kontrast: Dominik Hackners "Nachtständchen", das die romantische Seite der Mandoline immer hart an der Edelkitsch-Grenze mit überrumpelnder Wirkung bedient, war ein wunderbarer Ausklang (der auch die Italiener rührte)."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung - Mülheim, in der Ausgabe vom 15.11.2004 über das Konzert vom 13.11.2004 im Kammermusiksaal der Stadthalle Mülheim a.d. Ruhr

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